Impulsarchiv


März 2020

Jesus Christus spricht: Wachet!
Markus 13,37

Mit diesem Wort endet im Markusevangelium die Rede Jesu über die Endzeit. Nur scheint es nicht lange in den Köpfen und Herzen von Jesu Jüngern geblieben zu sein. Nur zwei Tage später – es ist kurz vor Ostern – da ringt Jesus im Garten Gethsemane mit dem Weg, der vor ihm liegt. „Meine Seele ist betrübt bis in den Tod; bleibt hier und wachet!“ bittet Jesus seine Jünger (Markus 14,34). Als er kurze Zeit danach zu ihnen zurückkommt, findet er sie – schlafend! „Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallt! Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach!“ (Markus 14,38)

Was hilft uns – zum Wachsein – zum Wachwerden und Wachbleiben? Es ist das einfache Bleiben an Jesus, das Ausgerichtet-Sein auf sein Kommen, das Bleiben an seinem Wort und die Mitarbeit an seiner Sache. Jesus spricht davon im ganzen Kapitel 13 des Markusevangeliums (Nachlesen lohnt sich!)

In der Passionszeit, in der wir jetzt stehen, begleiten wir Jesus auf seinem Leidensweg zu Ostern, hin zu seinem Sterben und seiner Auferstehung. Vielleicht fragen wir uns das darum in diesen Tagen ganz neu:

Wem oder was gilt unsere Aufmerksamkeit?
Wem schenken wir unser Ohr?
Wo setzen und bringen wir uns ein und was bringt uns in Bewegung?

Dietrich Bonhoeffer hat dazu gesagt:
„Wir müssen uns immer wieder sehr lange und sehr ruhig in das Leben, Handeln, Leiden und Sterben Jesu versenken, um zu erkennen, was Gott verheißt und was er erfüllt.“

Ich wünsche uns für die Fasten- und Passionszeit, in der wir jetzt leben, dass wir das auch so erfahren können.

Januar 2020

„Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“
Markus 9,24

Das ist der Hilferuf eines Vaters, der für sein schwer Krankes Kind vor Jesus tritt. Eine Aussage, die sich widerspricht, wenn man sagt dass man glaubt, aber gleichzeitig auch Zweifel zugibt.

Ist das aber nicht eine Situation, die wir selbst oft erleben? Es ist einfach zu glauben, wenn im Leben alles so läuft oder sich so erfüllt, wie wir es planen, uns vorstellen oder wünschen.

Es ist einfach zu glauben, wenn die Dinge, auf die wir hoffen, nicht so wichtig oder entscheidend sind und deren Verlauf oder Ausgang für unser Leben von keiner besonderen Bedeutung ist. Wenn es bei manchen Dingen nicht von großer Bedeutung ist, wie sie verlaufen, ist es einfach zu beten: „Herr, dein Wille geschehe“. Und wenn dann doch das passiert, worum wir gebetet haben, das es nicht passiert? Die Dinge, wo wir nicht beten: „Herr, dein Wille geschehe“.

Die schwere Krankheit, der schwere Unfall, der Verlust des Arbeitsplatzes…
Wenn sich das Leben überschlägt und wir Gottes Handeln nicht verstehen.
Wenn die gut gemeinten Trostworte wie: „Denen, die Gott lieben, dienen alle Dinge zum Besten“ in uns Fragen über die Liebe Gottes aufwerfen und den Zweifel noch vermehren.

Jetzt auf Gott hoffen und vertrauen, das Gottes Weg ein guter Weg ist, und auch jetzt zuversichtlich nach vorne schauen, das ist Glauben.

Wir wissen nicht, wie Gottes Wege mit uns im neuen Jahr aussehen werden. Wir wissen nicht, ob unsere Gebete so erhört werden, wie wir es hoffen. Aber wir dürfen vertrauen, dass Gottes Wege mit uns in jedem Fall gute Wege sein werden.