Impulsarchiv


April 2020

Lieber Leser,

beim Schreiben des Impulses für den April habe ich mich gefragt, wie wird der Stand zur Ausbreitung des Corona-Virus sein, wenn dieser Impuls veröffentlicht wird? Werden wir eine Ausgangssperre in Deutschland haben? Wieviele Menschen werden sich infiziert haben? Wieviele infizierte Menschen werden bis dahin gestorben sein? Werden sich bereits die ersten Stimmen melden, die mal wieder fragen: „Wieso hat Gott das zugelassen?“ Auf all diese Fragen habe ich keine Antwort. Noch vor wenigen Wochen hat sich keiner vorstellen können, dass wir einmal auf der gesamten Erde vor dieser großen Herausforderung stehen werden. Und das Schwierigste daran ist, keiner weiß was Morgen passieren wird. Kurzum, die gesamte Menschheit ist verunsichert.

Jetzt erinnere ich mich an die Predigt eines Predigers aus meiner Gemeinde, der einmal sagte: „Nichts, aber auch gar nichts auf dieser Erde – oder besser, von dieser Erde – ist sicher.“ Nicht einmal das so oft gelobte Gold. Denn selbst der Goldpreis ist mit dem Ausbruch des Corona-Virus gefallen.

Das, was die Menschheit jetzt braucht ist eine Konstante, eine Sicherheit, etwas worauf man sich verlassen kann. Etwas, das uns ruhig schlafen lässt. Aussagen, die auch morgen noch Bestand haben. Danach suchen wir jetzt.

Da kommt doch Ostern genau zum richtigen Zeitpunkt. Mit einer Botschaft, die 2000 Jahre später immer noch gilt:

„So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab,
auf dass alle, die an ihn glauben nicht verloren gehen,
sondern das ewige Leben haben“
Johannes 3,16

„In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden”
Johannes 16, 33

Du suchst eine Konstante in deinem Leben? Etwas, das dir Sicherheit und Geborgenheit gibt? Etwas, das dich ruhig schlafen lässt, selbst in schwierigen Zeiten wie diesen? Das, was mir Sicherheit gibt, ist die Gewissheit, dass der Schöpfer dieser Welt über all dem steht, was auf unserer kleinen Erde gerade geschieht. Er hat seinen Sohn Jesus Christus für dich und mich geopfert, damit wir nach unserem kurzen Leben hier auf dieser Erde mit Gott im Himmel ewig weiterleben können.

Ich kann ruhig schlafen, weil ich überzeugt bin, dass Jesus Christus auch für meine Schuld gestorben ist. Ich kann ruhig schlafen, weil ich meine Sünde vor Gott bekannt habe. Ich kann ruhig schlafen, weil ich weiß, dass er mir meine Sünden vergeben hat und ich sein Kind sein darf.

Und die Zusage finde ich im 1.Johannes 1,9:

„Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht,
dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“ 

Ich wünsche mir, dass du erkennst, dass die einzig wahre Sicherheit, die einzige Garantie nicht von dieser Welt ist. Du willst Beständigkeit? Im Wort Gottes und seinen Zusagen wirst du sie finden. Und das Beste, diese Zusagen haben auch heute noch Bestand.

In diesem Sinne wünsche ich dir ein frohes Osterfest und ruhige Nächte mit vollem Vertrauen auf Gott.

März 2020

Jesus Christus spricht: Wachet!
Markus 13,37

Mit diesem Wort endet im Markusevangelium die Rede Jesu über die Endzeit. Nur scheint es nicht lange in den Köpfen und Herzen von Jesu Jüngern geblieben zu sein. Nur zwei Tage später – es ist kurz vor Ostern – da ringt Jesus im Garten Gethsemane mit dem Weg, der vor ihm liegt. „Meine Seele ist betrübt bis in den Tod; bleibt hier und wachet!“ bittet Jesus seine Jünger (Markus 14,34). Als er kurze Zeit danach zu ihnen zurückkommt, findet er sie – schlafend! „Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallt! Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach!“ (Markus 14,38)

Was hilft uns – zum Wachsein – zum Wachwerden und Wachbleiben? Es ist das einfache Bleiben an Jesus, das Ausgerichtet-Sein auf sein Kommen, das Bleiben an seinem Wort und die Mitarbeit an seiner Sache. Jesus spricht davon im ganzen Kapitel 13 des Markusevangeliums (Nachlesen lohnt sich!)

In der Passionszeit, in der wir jetzt stehen, begleiten wir Jesus auf seinem Leidensweg zu Ostern, hin zu seinem Sterben und seiner Auferstehung. Vielleicht fragen wir uns das darum in diesen Tagen ganz neu:

Wem oder was gilt unsere Aufmerksamkeit?
Wem schenken wir unser Ohr?
Wo setzen und bringen wir uns ein und was bringt uns in Bewegung?

Dietrich Bonhoeffer hat dazu gesagt:
„Wir müssen uns immer wieder sehr lange und sehr ruhig in das Leben, Handeln, Leiden und Sterben Jesu versenken, um zu erkennen, was Gott verheißt und was er erfüllt.“

Ich wünsche uns für die Fasten- und Passionszeit, in der wir jetzt leben, dass wir das auch so erfahren können.

Januar 2020

„Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“
Markus 9,24

Das ist der Hilferuf eines Vaters, der für sein schwer Krankes Kind vor Jesus tritt. Eine Aussage, die sich widerspricht, wenn man sagt dass man glaubt, aber gleichzeitig auch Zweifel zugibt.

Ist das aber nicht eine Situation, die wir selbst oft erleben? Es ist einfach zu glauben, wenn im Leben alles so läuft oder sich so erfüllt, wie wir es planen, uns vorstellen oder wünschen.

Es ist einfach zu glauben, wenn die Dinge, auf die wir hoffen, nicht so wichtig oder entscheidend sind und deren Verlauf oder Ausgang für unser Leben von keiner besonderen Bedeutung ist. Wenn es bei manchen Dingen nicht von großer Bedeutung ist, wie sie verlaufen, ist es einfach zu beten: „Herr, dein Wille geschehe“. Und wenn dann doch das passiert, worum wir gebetet haben, das es nicht passiert? Die Dinge, wo wir nicht beten: „Herr, dein Wille geschehe“.

Die schwere Krankheit, der schwere Unfall, der Verlust des Arbeitsplatzes…
Wenn sich das Leben überschlägt und wir Gottes Handeln nicht verstehen.
Wenn die gut gemeinten Trostworte wie: „Denen, die Gott lieben, dienen alle Dinge zum Besten“ in uns Fragen über die Liebe Gottes aufwerfen und den Zweifel noch vermehren.

Jetzt auf Gott hoffen und vertrauen, das Gottes Weg ein guter Weg ist, und auch jetzt zuversichtlich nach vorne schauen, das ist Glauben.

Wir wissen nicht, wie Gottes Wege mit uns im neuen Jahr aussehen werden. Wir wissen nicht, ob unsere Gebete so erhört werden, wie wir es hoffen. Aber wir dürfen vertrauen, dass Gottes Wege mit uns in jedem Fall gute Wege sein werden.