Impulsarchiv 2021


September 2021


„Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt;
ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm;
und wer Geld verdient, der legtˋs in einen löchrigen Beutel.“
Haggai 1,6

Wer wünscht sich das nicht von uns – dass unser Leben unter dem Segen Gottes steht und wir auch anderen Menschen zum Segen werden? Als der Prophet Haggai diese Worte hier spricht, waren die Israeliten nach 70-jähriger Gefangenschaft wieder in ihr Land zurück gekommen. Schon im zweiten Jahr nach ihrer Ankunft begannen sie mit dem Wiederaufbau des zerstörten Tempels. Doch als sich Widerstand meldete, blieb der Bau 16 Jahre lang liegen. Man arbeitete und baute – aber nur noch an den eigenen Häusern und am eigenen Wohlstand. 
„Mein Haus steht wüst da, und ein jeder eilt nur, für sein Haus zu sorgen", sagt Gott dem Volk (Haggai 1, 9 b).

Ist unser Leben gesegnet? Bestimmt hätten damals viele dem zugestimmt! Die eigenen Häuser waren fertig, die Felder bearbeitet und die neue Freiheit genossen alle.

Nur Gott sah das anders. Er hält Segen zurück, weil wir damals und heute oft die falschen Prioritäten setzen. So sagt Jesus in der Bergpredigt: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wir euch das andere zufallen." (Matthäus 6,33). Ja, dem, der Zeit für ihn und sein Haus, sein Anliegen hat, das zu seiner ersten Priorität macht, dem wird Gott das andere schenken – und innere Zufriedenheit, Geborgenheit und Freude dazu.

Ein Vater hält seinem Jungen eine Packung mit vielen Süßigkeiten hin. „Greif rein, und nimm dir, was du willst!" Der Junge schüttelt den Kopf. „Ich will nicht!" „Na komm schon – nimm dir, was du willst!" Wieder lehnt der Junge ab. „Was ist los? Warum nimmst du dir keine Süßigkeiten?" 
„Papa, gib du sie mir. Du hast größere Hände!", sagt der Junge.

Gott schenkt gerne und großzügig. Alles, was aus seiner Hand kommt, ist besser als das, was wir uns selber nehmen. Ich wünsche uns, dass Gott uns dieses Vertrauen zu ihm schenkt.

April 2021


Beim jüngsten Gericht soll neuerdings
Rechtsbeistand zugelassen werden

Ostern, das wichtigste Fest der Christenheit, steht vor der Tür. Passend zu diesem Anliegen habe ich ein Bild des Malers Gerhard Glück vor Augen. Gemalt ist das „Jüngste Gericht“, der Tag, an dem die Menschheit darauf wartet, von Gott vorgeladen zu werden. Die „schuldigen“ Menschen auf dem Bild machen einen traurigen Eindruck, weil ihnen bewusst wird, dass sie dem Gericht nicht entkommen können. Im Hintergrund erkenne ich ganz klein den Teufel. Erstaunlicherweise macht er einen machtlosen und offensichtlich geknickten Eindruck.

Der Grund dafür: Jeder dieser „schuldigen“ Menschen ist mit Rechtsbeistand – in Form eines akkurat gekleideten Anwalts mit schwarzem Aktenkoffer – zum Gericht erschienen. Die Menschen haben einen Verteidiger zur Verfügung gestellt bekommen. Ich erkenne, wie jeder dieser Rechtsanwälte behutsam seinen Arm auf die Schulter seines Schützlings legt. Der Teufel kann nur wegschauen. Bei diesen Menschen im Bild geht er leer aus.

Und wie passt dieses Bild zum Osterfest? Das ist einfach. Mit Jesus Christus am Kreuz ist beim jüngsten Gericht ab sofort Rechtsbeistand zugelassen. Er ist für deine Sünden gestorben und ist deshalb nicht nur dein Verteidiger, sondern hat durch seinen Tod bereits für deine Schuld bezahlt. Das ist die Botschaft zu Ostern.

Mit Jesus Christus am Kreuz, stellt dir Gott aus Gnade einen Verteidiger zur Verfügung. Ob du ihn zum jüngsten Gericht mitnimmst oder den Rechtsbeistand ablehnst, dass ist tatsächlich deine ganz persönliche Entscheidung.

Leider gibt es noch Menschen, die diesen Rechtsbeistand ablehnen. Sie sind sich entweder ihrer Schuld nicht bewusst oder sind der Meinung, sie könnten sich selbst verteidigen. Dabei sagt die Bibel, dass wir alle von Geburt an Sünder sind und Rechtsbeistand benötigen, um vor Gott bestehen zu können.

Ich wünsche mir also für dich, dass du diesen Rechtsbeistand annimmst, den Gott dir durch seinen Sohn Jesus Christus anbietet. Denn, er liebt Dich so sehr, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben (Joh. 3,16).

März 2021


„Jesus sprach: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.“
Lukas 19, 40

Sicherlich gibt es manche Bibelworte, die wir unweigerlich mit der Passionszeit in Verbindung bringen: Jesu Leidensankündigungen, das letzte Abendmahl, die Verleugnung des Petrus.

Der Monatsspruch für den März dieses Jahres gehört nicht unbedingt dazu. Jesus zieht über den Ölberg nach Jerusalem ein. Viele Augenzeugen, die seine Wunder und Taten erlebt hatten, folgten ihm. Es lag eine Erwartung in der Luft, die auch bald zu hören war: „Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe! (Lukas 19,38)

Einige wenden sich an Jesus mit dem Wunsch, die Menge doch zum Schweigen zu bringen. Genau jetzt sagt Jesus dieses Wort: Wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien!

Er stellt klar: Auch wenn der Jubel nur kurz sein wird, so werden Jerusalems Steine Zeugen sein. Und sind sie es nicht bis auf den heutigen Tag in seltsamer Weise? Als Folge der Ablehnung Jesu wurde der Tempelberg verwüstet bis auf den Teil der Klagemauer, der auch heute noch zu sehen ist!

Nur ein paar Tage später ist es dann ein anderer Stein, der nicht auf seinem Platz geblieben ist – der weggewälzte Stein vor dem Grab Jesu! Von Soldaten abgesichert und bewacht – und doch war der Stein am Ostermorgen weggewälzt.

Ist das nicht ein Grund für eine bleibende Freude?

- Der Tod muss nicht das letzte Wort in unserem Leben haben! Er ist der letzte Feind, der vernichtet wird (1.Korinther 15,26)

- Unsere Gräber sind auch nur Durchgangstationen hin zu dem Leben, das unvergänglich ist.

Denn es gilt: Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in kein Menschenherz gekommen ist, das hat Gott denen bereitet, die ihn lieben! ( 1. Korinther 2,9)

Wann haben wir – wann hast du – Jesus das letzte Mal für diese lebendige Hoffnung gedankt, die er in unser Leben gebracht hat? Er ist es wert!

Januar 2021


„Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“
Lukas 6, 36

Barmherzig sein. Ist das in einer (Ellenbogen)Gesellschaft noch möglich?

Das Wort Ellenbogengesellschaft wurde 1982 zum Wort des Jahres in Deutschland gewählt.

Damit wird eine Gesellschaftsordnung bezeichnet, die auf Egoismus, Konkurrenz, Rücksichtslosigkeit und Eigennutz basiert. Sozialen Denkweisen und Verhaltensnormen spielen eine untergeordnete Rolle.

Jesus will uns den anderen Weg gegen die üblichen gesellschaftlichen Verhaltensregeln zeigen.

Seid Barmherzig. Das ist der Anspruch. Und er gibt uns auch gleich ein Vorbild: Wie auch euer Vater Barmherzig ist.

Als Mose das zweite Mal auf den Berg Sinai hinaufstieg und Gott ihm in einer Wolke begegnet, betet Mose an: Herr, Herr, Gott, Barmherzig… Das erste, was er über Gott sagt, ist, das Gott Barmherzig ist.

Psalm 103 wird „Das Hohelied der Barmherzigkeit Gottes“ genannt.  David nennt hier als erste Eigenschaft Gottes die Barmherzigkeit.

Auch in vielen anderen Psalmen betont David Gottes Barmherzigkeit und es wird deutlich: Er setzt seine Hoffnung ganz auf die Barmherzigkeit Gottes.

Gott ist reich an Barmherzigkeit. Und an dem Reichtum seiner Barmherzigkeit lässt er uns teilhaben.

Jesus spricht uns in der Jahreslosung zu: Gott ist Barmherzig. Das soll uns im Bewusstsein der eigenen Unzulänglichkeiten Mut machen.

Aber gleichzeitig macht er uns seinen Anspruch deutlich: seid Barmherzig!

Am Anfang eines neuen Jahres hat man gewöhnlich eine Liste mit guten Vorsätzen. Dinge, die wir in unserem Leben ändern wollen.

Ganz oben in dieser Liste sollte stehen: Ich will Barmherzig sein.