4. Gastfreundschaft ist uns ein Herzensanliegen

Vom Gast zum Teil der Gemeinde. Wir haben Steffen gefragt, ob er uns etwas zu seinen Erfahrungen mit unserem vierten Grundwert erzählen würde…

Als ich gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könnte, zu diesem Grundwert einen Beitrag zu meinen Erfahrungen zu machen, musste ich nicht lange nachdenken – ich habe sofort und ohne langes Überlegen zugesagt: Denn als ich neu in diese Gemeinde gekommen bin, fiel mir dieser Punkt bereits am ersten Tag besonders auf und diese Erfahrung hat tief beeindruckt.

Doch erst einmal zum Anfang – schon der Grund für den ersten Besuch der Gemeinde beruht auf diesem lebendigen Grundwert. Ein Gemeindemitglied hat mich im letzten Jahr zur Evangelisationsreihe mit Henrik Ermlich eingeladen.

Zugegebenermaßen war ich erst ein wenig zurückhaltend und war mir nicht sicher, ob ich diesen Schritt gehen sollte. Als ich dann – noch etwas unsicher – am ersten Abend der Reihe die Tür betreten habe, wurde ich gleich freundlich in Empfang genommen und herzlich begrüßt – obwohl ich diese Menschen zu dem Zeitpunkt noch nie gesehen hatte. Und es waren nicht nur die Personen des Begrüßungsdiensts, sondern viele andere auch.

Auch in den weiteren Tagen der Evangelisation konnte ich diese Offenheit mir als „Fremden“ gegenüber auf eine freudige Art erleben:  Geschwister, die mich wiedererkannten und für mich neue Gesichter.

Dies ist mir aus der ersten Woche meiner Zeit in der ChristusBrüderGemeinde besonders hängen geblieben. Ich war schon einige Zeit auf der Suche nach einer Gemeinde, allerdings konnte ich in keiner anderen so schnellen Anschluss finden und diese Wertschätzung erfahren.

Frei nach Jakobus 2,1 kamen diese Geschwister in froher Weise auf mich zu, haben sich lauteren Herzens gefreut mich zu sehen und das, ohne mich zu kennen, bzw. angesehen zu haben. Für mich, der vor kurzem noch ein fremder Gast war und diesen Vers zugegebenermaßen zu diesem Zeitpunkt nicht vor Augen hatte, war das gelebte Gastfreundschaft zu Ehren Gottes.

Diese Art der Gastfreundschaft auch als völlig Fremder derart Willkommen geheißen zu werden, hatte ich nicht erwartet und war gerade deswegen schnell davon überzeugt: Hier wird das Wort Gottes  aus Überzeugung gelebt und hier möchte ich mein geistliches Zuhause finden.

Die Art der offenen Arme, die einen empfangen, beruht meines Empfindens nach hier nicht nur darauf, dass es als Gemeindegrundwert festgelegt ist, sondern auf einem tiefen Wunsch im Herzen der Geschwister, jeden Neuankömmling willkommen zu heißen und als Gast aufzunehmen. Wie Jesus sagt „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen“ (Johannes 6, 37) – und der Weg in eine Gemeinde ist auch ein Weg zu Jesus Christus, unserem Herrn.

Wie es im Römerbrief heißt: „(…)Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören, ohne Verkündiger?“  (Römer 10,14) – Gott will eine Beziehung zu jedem Menschen aufbauen und ich denke, eine Gemeinde, die den Fremden mit Freude empfängt, ist ein wichtiger Schritt, Menschen zu ermutigen, den Weg zu Gott zu beschreiten.

Die 4 Grundwerte unserer Gemeinde sind nicht nur Paragrafen eines beliebigen weltlichen Gesetzbuches, sondern entstammen direkt dem Wort unseres HERRN. Und wie das Wort nicht wahrhaft ist, wenn es zerteilt wird, bilden auch diese Grundwerte ein Ganzes. Wenn wir Gäste abweisen würden, würden wir nicht in der Nachfolge Christi handeln, Christus wäre nicht im Zentrum unseres Glaubens. Die Gemeinde wäre zwar eine Gemeinschaft, aber keine aller Kinder Gottes, sondern eine geschlossene und ohne Wertschätzung anderen Glaubensgeschwistern gegenüber, oder jenen, die es noch werden. Lasst uns daher diese Grundsätze als Ganzes weiterhin aus tiefem Herzenswunsch leben, um Gott zu ehren.