Grundwert #2: Die Gemeinde als Glaubens- und Gebetsgemeinschaft ist uns wichtig

(Die Englische Originalfassung findet ihr weiter unten)

Grundwerte unserer Gemeinde

Das Leben ändert sich, die Welt ändert sich, Menschen ändern sich. Welche Auswirkungen
hat das alles auf eine christliche Gemeinde, auf unsere ChristusBrüderGemeinde? Verände-
rungen sind meistens nicht schlecht und neue Ansätze nicht verkehrt. Was aber sind die
Konstanten, woran darf auch keinen Fall gerüttelt werden?

Wir haben für unsere Gemeinde vier Grundwerte definiert, die nicht verhandelbar sind. Sie
sind der Kern unseres Gemeindelebens. Dabei ist es wichtig, diese Werte zu kennen, aber vor
allem, sie zu leben.

#1 - Die Bibel ist Maßstab und Jesus Christus das Zentrum unseres Lebens.
#2 - Die Gemeinde als Glaubens- und Gebetsgemeinschaft ist uns wichtig.
#3 - Wertschätzung und Liebe prägen unser Miteinander.
#4 - Gastfreundschaft ist uns ein Herzensanliegen.

In einer vierteiligen Serie gehen wir jedem Wert nochmal tiefer auf den Grund und laden
euch ein, darüber nachzudenken und diese Fundamente erneut zu begreifen.

 

Die Gemeinde als Glaubens- und Gebetsgemeinschaft ist uns wichtig

Das sind bekannte Worte, erst recht, wenn man mit der Kirche vertraut ist. Aber nur weil etwas bekannt ist, heißt es noch lange nicht, dass es keiner Erklärung bedarf.  Ich kann mir vorstellen, dass die eine Hälfte von uns die Worte „Glauben und Gebet in Gemeinschaft“ so häufig gehört haben, dass sie vergessen über deren Wichtigkeit nachzudenken. Während die andere Hälfte von uns denkt, die Antwort bereits zu kennen und sich gar nicht erst traut nach der Bedeutung zu fragen, weil diese Frage Unwissenheit erkennen ließe. Ich kann für mich sagen, dass ich mich oft mit beiden Hälften identifiziere. Um uns dabei zu helfen über das Bekannte nachzudenken und Fragen zu unseren Annahmen bezüglich der Bedeutung von „Glauben und Gebet in Gemeinschaft“ zu stellen, möchte ich eine Passage aus dem Hebräerbrief betrachten, der an die ersten Gemeinden in der Verfolgung geschrieben wurde.

"19 Da wir nun, ihr Brüder, kraft des Blutes Jesu Freimütigkeit haben zum Eingang in das Heiligtum, 20 den er uns eingeweiht hat als neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang hindurch, das heißt, durch sein Fleisch, 21 und da wir einen großen Priester über das Haus Gottes haben, 22 so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in völliger Gewissheit des Glaubens, durch Besprengung der Herzen los vom bösen Gewissen und am Leib gewaschen mit reinem Wasser. 23 Lasst uns festhalten am Bekenntnis der Hoffnung, ohne zu wanken – denn er ist treu, der die Verheißung gegeben hat –, 24 und lasst uns aufeinander achtgeben, damit wir uns gegenseitig anspornen zur Liebe und zu guten Werken, 25 indem wir unsere eigene Versammlung nicht verlassen, wie es einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das umso mehr, als ihr den Tag herannahen seht!" - Hebräer 10, 19-25

Dieser Abschnitt enthält drei deutliche Aufforderungen, die uns gelten. Nicht dir, mir, ihr und ihnen, sondern uns allen gemeinsam. Das ist die Gemeinschaft oder auch die Familie, die Gott durch die Kraft seines Sohnes Jesus Christus geschaffen hat. Das ist, wofür wir geschaffen wurden und wofür Christus gestorben ist, nämlich um uns diese Gemeinschaft hier auf der Erde und im Himmel zu geben. Weinen, wenn jemand weint und sich mit anderen freuen, wenn sie fröhlich sind (Römer 12, 15).
Christus selbst hat uns das im Evangelium vorgelebt, so auch als er nach Judäa zurückkehrte als Lazarus krank war (Johannes 11, 7). Und obwohl Verfolgung und Tod drohten, haben die Jünger Jesu dasselbe vorgelebt.
Lasst uns mit diesem Wissen die folgenden Aufforderungen genauer betrachten.

1. "Lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in völliger Gewissheit…“

Mit Blick auf den Text können wir sehen, dass diese Gewissheit nicht von etwas entsteht, was wir getan haben oder tun könnten. Sie kommt von Jesus – wer er ist und was er vollbracht hat, ist ausschlaggebend. In den vorherigen Kapiteln des Hebräerbriefes erkennen wir, dass Jesus das höchste Opfer vollbracht hat. Wir sind nicht an Rituale (Opfer) gebunden, die ständig für unsere Sünden erbracht werden müssen. Stattdessen hat Jesus das Opfer vollbracht, das ein für alle Mal gilt. Er ist ein für alle Mal für unsere Sünden gestorben und unsere Übertretungen sind durch ihn vergeben und vergessen. Nicht nur für einen Tag, einen Moment oder etwa ein Jahr, sondern für alle Ewigkeit (Hebräer 10, 11-18). Diese Aufforderung dient dazu, unsere Herzen zusammenzuführen (wie die Kirche). Wir sollen einander an die Fürsorge, das Mitgefühl und die Vergebung von Christus erinnern. Das hilft uns dabei, näher an Gott und aneinanderzurücken, immer. Egal was passiert ist, egal was wir getan haben oder uns vielleicht angetan wurde. Da ist keine Barriere zwischen uns und Gott. Wir können Gott im Glauben an Jesus ehrlich und immer wieder unsere Bedürfnisse und unseren Dank bringen. Er ist mehr als nur fähig (Epheser 3, 14-21). Also lasst uns ihm annähern, nicht nur wir alleine, sondern gemeinsam mit anderen und für andere – als eine Gemeinschaft der Gläubigen.

2. "Lasst uns festhalten am Bekenntnis der Hoffnung, ohne zu wanken"

Diese Aussage wird klargestellt durch: „denn er ist treu, der die Verheißung gegeben hat“. Unsere Hoffnung liegt in diesem wunderbaren Jesus. Nicht du oder ich sind ausschlaggebend, sondern er macht das alles möglich. In Hebräer 11 sehen wir gläubige Männer und Frauen, die sich fest an genau diese Hoffnung klammern. Diese Geschichten werden hier nicht zufällig erwähnt. Sie bekräftigen uns als Gemeinschaft, zu ertragen und durchzuhalten. Oft haben diese Menschen eine neue Eigenschaft von Gott erkannt, die vorher keinem klar war. Und trotzdem haben sie ihm vertraut. Zum Beispiel wusste Abraham, dass falls er Isaak töten würde, Gott die Macht hatte, Isaak von den Toten zu erwecken. Das ist etwas, was es bis zu diesem Zeitpunkt in der Geschichte noch nie gegeben hatte (Hebräer 11,19)! Wir wissen nicht genau, wie Gott unsere Geschichte schreiben wird, aber wir wissen: Er ist gut, er ist Gott, er hat unsere Geschichte begonnen und er wird sie zu einem perfekten Ende führen (Hebräer 12,2). Also lasst uns an unserer Wahrheit und Hoffnung festhalten, während wir gemeinsam mit Ausdauer weitergehen.

3. „Lasst uns aufeinander achtgeben, damit wir uns gegenseitig anspornen zur Liebe und zu guten Werken…“

Jesus sagt uns, dass andere an der Liebe, die wir untereinander haben, erkennen werden, dass wir seine Jünger sind (Johannes 13,35). Die ersten Gemeinden waren dafür bekannt (Apostelgeschichte 2, 42) sich zu versammeln, gemeinsam zu beten und gemeinsam zu essen. Sie lebten zusammen. Das ist es, was diese Aufforderung meint. Wir sind dazu berufen, andere zu ermutigen, dazuzukommen. Das beste an der Liebe ist, dass sie nicht existieren kann, ohne jemanden der geliebt wird. Ein Aufruf zu lieben ist ein Aufruf zur Gemeinschaft und zu guten Werken. Unser Dienst zählt. Jeder hat irgendeine Begabung oder Fähigkeit, um Gott und seiner Gemeinschaft zu dienen. Das Wunderbare an der Zugehörigkeit einer glaubenserfüllten Gemeinschaft ist, dass man eine sichere Umgebung (safe place) hat, um anderen zu dienen und sich von anderen dienen zu lassen. Es ist, wie Teil einer Familie zu sein und in manchen Fällen sogar besser als das.

Im weiteren Verlauf des Textes, werden wir aufgerufen, uns zu versammeln und uns gegenseitig zu ermutigen – besonders in Erwartung der Ewigkeit (Hebräer 11,25). Wenn wir Jesus von Angesicht zu Angesicht sehen, werden wir immer noch Menschen sein, die sich auf Jesus verlassen. Wir werden uns weiterhin versammeln, ihn preisen, ihm näherkommen, in ihm unsere Hoffnung bezeugen, einander lieben, einander dienen und so weiter. Also lasst uns im Lichte der Ewigkeit weiterhin Menschen des Glaubens und des Gebets sein. Lasst uns auf den Tag warten, an dem unser Glauben zum Schauen kommt und unsere Gebete aus Lobpreis bestehen – dem gewidmet, der mehr als fähig ist.

 


Originaltext in Englisch

Familiar words especially if you are familiar with church, but even if something is familiar it does not mean that it does not need explanation. I imagine half of us have heard these words of faith and prayer so often we forget to think about why they are so important. And the other half of us feel like we should already know the answer so we dare not ask and show that we do not know. I can say I identify with both halves very often. To help us think about the familiar and ask questions about the assumed, I would like to look at one passage in the book of Hebrews written to the early persecuted church.

“Therefore, brothers and sisters, since we have confidence to enter the holy places by the blood of Jesus, by the new and living way that he opened for us through the curtain, that is, through his flesh, and since we have a great priest over the house of God, let us draw near with a true heart in full assurance of faith, with our hearts sprinkled clean from an evil conscience and our bodies washed with pure water. Let us hold fast the confession of our hope without wavering, for he who promised is faithful. And let us consider how to stir up one another to love and good works, not neglecting to meet together, as is the habit of some, but encouraging one another, and all the more as you see the Day drawing near.” Hebrews 10: 19-25

There are three distinct exhortations in this passage, and the subject of all three is us. Not you, me, he, she, or them- but us, together. This is the community or family that God created by the power of His Son, Jesus Christ. It is what we were created for and what Christ died to give us on Earth and in Heaven. To weep when someone weeps, and to rejoice when the other rejoices (Romans 12:15). Christ himself modeled this several times in the gospels, including when He was returning to Judea when Lazarus was ill (John 11:7). And even though the expected persecution could have led to death, Jesus’ disciples modeled the same behavior (John 11:16).

With this in mind, let us look at these following exhortations one by one:

1. “let us draw near with a true heart in full assurance…”

If we look back in the text, we can see that this confidence does not come from something we have done or could do.  It comes from Jesus- who He is and what He has already accomplished. In the earlier chapters of Hebrews, we see that Jesus is the better sacrifice. We aren’t tied to rituals that must be constantly performed- instead Jesus made one sacrifice that would pardon us forever. He died once for us and now our sins and lawbreaking ways are forgiven and forgotten by Him. Not just for a day,  a moment, or even a year - but for all eternity (Hebrews 10:11-18). So this exhortation is to fill our hearts together (as the church). We are to remind each other about the care, sympathy, and forgiveness of Christ. This helps us to move toward God and each other, always. No matter what has happened, or what we have done or has been done to us. There is no veil between us and God. We can honestly and constantly bring our needs, give our thanks, and have faith in Jesus. He is more than able (Ephesians 3:14-21). So let us draw near, not just on our own, but with others -and for others -as a community of faith.

2. “Let us hold fast the confession of our hope, without wavering…”

The clarifying piece of this exhortation is “...for He who promised is faithful.” Our hope is in this wonderful Jesus. It is not you or me, it is Him who makes this all work. In Hebrews 11, we see faithful men and women who tightly held onto this same hope.  It is no accident that these stories are mentioned here. They energize us to endure and persevere as a community. Many times, these people encountered an aspect of God no one else had before. Yet, still they trusted Him. For instance, Abraham knew that if he did kill his son Isaac, God was able to raise him from the dead. This had never happened in history before (Hebrews 11:19)! We do not know exactly how God will write our story, but we do know that He is good, He is God, He started our story, and He will perfect it in the end (Hebrews 12:2). So let us hold fast to our truth and hope as we run together with endurance.

3. “And let us consider how to stir up one another to love and good works…”

Jesus tells us that others would know that we are His disciples by our love for one another (John 13:35). And the early church was known for this (Acts 2:42). To meet together, pray together, and eat together. They did life together. This is the exhortation here, and the call,is  to encourage others to join in. The best part is that love cannot exist without someone to love. By definition, a call to love is a call to community! And good works. Our service matters. Everyone has some sort of gift or ability to serve God and His community. The wonderful part of belonging to a faith filled community is having a safe place to serve others and allow others to serve you. It is like being part of a family, and in some cases, even better.

 

If we continue reading this text, we find the specific calls to meet together and encourage one another- especially as we anticipate eternity (Hebrews 11:25). When we are with Jesus face to face, we will still be a people who rely on Jesus. We will still meet together, praise Him, draw near to Him, confess our hope in Him, love one another, serve one another, and so on. So in light of eternity, let us continue to be a people of faith and prayer . Let us await the day  where our faith becomes sight and our prayers consist of praise- to One who is always more than able.